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So viele Privatschüler in Deutschland wie nie zuvor
Private Schulträger können die Nachfrage nicht mehr decken. Verband beklagt zu hohe Hürden bei Neugründungen
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16.06.2002

Privatschulen haben in Deutschland einen wachsenden Zulauf. Die Zahl ihrer Schüler hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht 560 000 Mädchen und Jungen besuchten nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden im Schuljahr 2000/01 eine von einem freien Träger betriebene allgemeinbildende Schule. Im laufenden Jahr hat sich ihre Zahl offenbar noch einmal erhöht, wie Stichproben in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen zeigen.
Allerdings stoßen die Schulen in privater Trägerschaft überall an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Nachfrage nach Plätzen ist nach Darstellung des Bundesverbands Deutscher Privatschulen weitaus größer als das Angebot. Der Sprecher des Verband, Bernhard Marohn, nannte als Beispiel das Kreuzburg-Gymnasium im hessischen Großkrotzenburg, das im Jahr etwa 500 Anfragen erhält, aber nur 120 neue Schüler aufnehmen kann.
Umfragen des Privatschul-Verbandes und wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass 16 bis 20 Prozent der Eltern ihr Kind gerne auf eine Privatschule schicken möchten, obwohl dort Schulgeld zu zahlen ist.
Einen direkten Zusammenhang zwischen dem schlechten Abschneiden der deutschen Schulen bei der Pisa-Studie und der starken Nachfrage nach Privatschulplätzen sieht der Verband allerdings nicht. Nach der Veröffentlichung von Pisa sei es lediglich in Einzelfällen zu einem deutlich stärkeren Andrang auf Privatschulen gekommen.
Für die Konfessions-, Waldorf- oder Montessori-Schulen spricht unter anderem ihre überschaubare Größe.

Wahrend private Gymnasien zwischen 300 und 500 Schüler unterrichten, gehen auf staatliche Gymnasien oft bis zu 1000 Schüler. "In den Privatschulen kennt jeder Lehrer in der Regel jeden Schüler", berichtet Marohn. Würden die bestehenden Schulen sich vergrößern, um mehr Interessierte aufnehmen zu können, verlören sie ihre Eigenart. Deshalb könne die rege Nachfrage nur über Neugründungen befriedigt werden.
Im Vergleich zu anderen westlichen Ländern führen Privatschulen in Deutschland ein Schattendasein. Lediglich sechs Prozent der Schulen werden in privater Trägerschaft geführt, während in den Niederlanden 70 Prozent privat betrieben werden, in Spanien 32 Prozent, in Frankreich 18 und in Großbritannien sieben Prozent. Die geringe Bedeutung der deutschen Privatschulen hat historische und ideologische Gründe. Preußen schloß, als es im 18. Jahrhundert die Schulpflicht einführte, die privaten Bildungseinrichtungen, zwischen 1933 und 1945 gingen die Nationalsozialisten gegen die Privatschulen vor. Im demokratischen Deutschland gibt es bis heute vor allem bei Sozialdemokraten und Lehrerverbänden wie der GEW Vorbehalte gegen die "elitären" Einrichtungen.
Der Privatschul-Verband klagt denn auch über hohe Hürden bei Neugründungen. "Die Politik geht zu wenig auf den Elternwillen ein", kritisiert Marohn. Das Recht auf freie Schulwahl existiere für viele nur auf dem Papier. Dennoch stieg die Zahl der privaten Schulen laut Statistischem Bundesamt in den vergangenen Jahren kontinuierlich an, von 1593 im Jahr 1985 auf 2308 im vergangenen Jahr, darunter 557 Sonder-, 363 Grund-, 278 Realschulen und 367 Gymnasien. Das Schulgeld beläuft sich nach Angaben des Verbandes bei Halbtagsschulen auf 100 bis 200 Euro im Monat, bei Ganztagsschulen auf 250 bis 450 Euro.

 

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